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„Der Wahlzettel darf keine politische Kulisse sein“

Ein Bericht über sogenannte „Scheinkandidaten“ bei der Kommunalwahl im Wetteraukreis wirft eine grundlegende Frage auf: Wie ernst nehmen Parteien eigentlich das Mandat der Wähler?

Immer wieder finden sich prominente Amtsträger auf Wahllisten, obwohl von Anfang an klar ist, dass sie das Mandat im Falle einer Wahl gar nicht antreten können oder wollen. Ihre Kandidatur dient häufig vor allem dazu, zusätzliche Stimmen für die Liste zu mobilisieren.

Peter Schmitz, Spitzenkandidat der FDP Niddatal für die Stadtverordnetenversammlung, sieht diese Praxis kritisch.

„Wer für ein Mandat kandidiert, sollte auch bereit sein, dieses Mandat anzunehmen. Alles andere macht den Wahlzettel zur politischen Kulisse.“

Zwar ist dieses Vorgehen rechtlich zulässig, politisch wirft es jedoch Fragen auf.

„Der Wähler gibt seine Stimme einer konkreten Person. Wenn diese Person von Anfang an weiß, dass sie das Mandat gar nicht antreten wird, bleibt ein schaler Beigeschmack.“

Für Schmitz geht es dabei auch um das Selbstverständnis von Parteien.

„Offen gesagt stellt sich die Frage: Traut man den eigenen Kandidaten nicht zu, genügend Stimmen zu mobilisieren? Wer nur mit prominenten Namen Stimmen sammeln kann, die das Amt gar nicht antreten, sendet ein fragwürdiges Signal.“

Gerade auf kommunaler Ebene sei Glaubwürdigkeit entscheidend.

„Kommunalpolitik lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen – nicht von dekorativen Listenplätzen.“


7. März 2026

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